24 Sep 2026

Razzia gegen mutmaßliche illegale Online-Glücksspielplattformen in der Region Frankfurt und Köln

Polizeieinsatz bei Razzien in Frankfurt am Main mit Einsatzfahrzeugen und Absperrungen

Deutsche Behörden unter Leitung der Staatsanwaltschaft Frankfurt haben gemeinsam mit Steuerfahndern, Finanzermittlern aus Nordrhein-Westfalen sowie Polizeikräften insgesamt elf Objekte in der Region Frankfurt/Rhein-Main und in Köln durchsucht, wobei sie sich auf fünf Verdächtige konzentrierten, die seit mindestens Juli 2021 den Betrieb nicht lizenzierter Online-Glücksspielangebote im Bereich Slots und Casino-Spiele organisiert haben sollen.

Umfang der Ermittlungen und sichergestellte Vermögenswerte

Die Ermittler vollstreckten dabei einen Haftbefehl, beschlagnahmten Luxusfahrzeuge sowie weitere Vermögensgegenstände, sperrten Bankkonten und verhängten eine Vermögenssicherung in Höhe von rund 82 Millionen Euro, während parallel der Verdacht auf Steuerhinterziehung in Höhe von etwa 77,6 Millionen Euro allein für das Jahr 2024 geprüft wird, so die Angaben der beteiligten Behörden. Die Plattformen sollen Wetteinsätze von insgesamt rund 5,86 Milliarden Euro bis Ende 2023 abgewickelt haben, wobei die Ermittlungen auf den Zeitraum ab Juli 2021 zurückgreifen und die Transaktionen über nicht genehmigte Kanäle erfolgten.

Technische und organisatorische Strukturen der Plattformen

Die beschuldigten Personen sollen die Online-Angebote von Standorten in der genannten Region aus betrieben und dabei technische Infrastrukturen genutzt haben, die den Zugang zu Slots und Casino-Formaten ohne gültige deutsche Lizenz ermöglichten, während die Behörden die Zahlungsströme und Serververbindungen systematisch auswerteten, um die Reichweite der Aktivitäten zu ermitteln. Beobachter der Szene verweisen darauf, dass solche Strukturen häufig über mehrere Jurisdiktionen verteilt sind, doch in diesem Fall konzentrierten sich die Zugriffe auf die lokalen Adressen in Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Branchenverbände äußern sich zu Marktschätzungen

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) und der Deutsche Online Casino Verband (DOCV) haben in Reaktion auf den Fall öffentlich die offiziellen Schätzungen zur Größe des deutschen Schwarzmarktes hinterfragt und dabei auf die Diskrepanz zwischen den ermittelten Wetteinsätzen und früheren Prognosen hingewiesen, wobei sie Daten aus dem aktuellen Fall als Indiz für eine mögliche Unter- oder Überschätzung der illegalen Aktivitäten anführen. Die Verbände betonten, dass präzise Marktdaten für eine fundierte Regulierungspraxis erforderlich seien und verwiesen auf die Notwendigkeit weiterer Analysen durch die zuständigen Stellen.

Beschlagnahmte Luxusfahrzeuge und Asservate bei einer polizeilichen Razzia in Köln

Steuerliche und finanzielle Konsequenzen für die Betroffenen

Neben den strafrechtlichen Vorwürfen wegen unerlaubten Glücksspiels untersuchen die Behörden nun auch mögliche Steuerverkürzungen, wobei die Schätzung von 77,6 Millionen Euro für 2024 auf den bisher ausgewerteten Transaktionsdaten basiert und weitere Jahre in die Prüfung einbezogen werden könnten, während die Vermögenssicherung von 82 Millionen Euro bereits vollzogen ist und den Zugriff auf Konten sowie Immobilien umfasst. Die Ermittler arbeiten dabei eng mit Steuerbehörden zusammen, um die genauen Umsatz- und Gewinnströme zu rekonstruieren und gegebenenfalls weitere Forderungen geltend zu machen.

Aktueller Stand der Ermittlungen und nächste Schritte

Die Durchsuchungen fanden in einem koordinierten Einsatz statt, bei dem die beteiligten Einheiten aus Frankfurt, Nordrhein-Westfalen und der Polizei eng zusammenarbeiteten, und die Ergebnisse fließen nun in die laufenden Verfahren ein, während die fünf Verdächtigen mit den Vorwürfen konfrontiert werden und die Gerichte über weitere Maßnahmen entscheiden. Die beteiligten Behörden haben angekündigt, die Auswertung der sichergestellten Daten fortzusetzen, um weitere mögliche Beteiligte oder Plattformen zu identifizieren.

Fazit

Der Fall verdeutlicht die fortgesetzten Anstrengungen der deutschen Strafverfolgungsbehörden gegen nicht lizenzierte Online-Glücksspielangebote, wobei die sichergestellten Beträge und die Höhe der Wetteinsätze die Dimension der untersuchten Aktivitäten abbilden und die Reaktionen der Branchenverbände auf mögliche Auswirkungen für die Markteinschätzung hinweisen. Die Ermittlungen dauern an und werden in den kommenden Monaten weitere Erkenntnisse liefern, während die Vermögenssicherung bereits vollzogen ist.